Vor einigen Tagen hatte ich bereits die neue LaCie CloudBox vorgestellt. Nunmehr geht es um den Online-Speicher-Dienst Wuala, der ebenfalls von der schweizer Firma LaCie AG entwickelt wurde und auch betrieben wird.
Was ist Wuala? Wie funktioniert Wuala?
Bei Wuala handelt es sich, wie bei Strato HiDrive, um einen Online-Speicher, welcher jedoch zusätzlich (unter anderem) über eine integrierte Backup-Funktion verfügt. Der Backup-Speicher wird in einem dezentral aufgebautem Netzwerk durch andere Wuala-Nutzer zur Verfügung gestellt (Wuala-Cloud), ferner werden eigene Wuala-Server in der Schweiz, Deutschland und Frankreich zur Speicherung betrieben. Laut Wuala findet die Speicherung der Daten sowohl in der Wuala-Cloud, als auch auf den eigenen Servern statt.
Preise
Wuala bietet kostenlos 1 GB Speicherplatz an. Der Speicherplatz kann auf zwei Arten erweitert werden. Zum einen besteht die Möglichkeit, eigenen auf der Festplatte ungenutzten Speicherplatz anderen Wuala-Nutzern zur Verfügung zu stellen (s.o.). Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Computer mindestens 4 Stunden am online ist. Der Speicherplatz, den man dann erhält, hängt von der Online-Zeit und der Menge an bereitgestelltem Speicherplatz ab (die genaue Menge wird in der Wuala-Software angezeigt und errechnet sich aus der prozentualen Online-Zeit in Relation zur Verfügung gestellten Speichermenge). Als zweite Option kann Speicher auch hinzugekauft werden. 10 GB kosten 19,00 €, 25 GB 39,00 €, 50 GB 59 €, 100 GB 99,00 € und 250 GB 229,00 € pro Jahr.
Funktionen und Geschwindigkeit
Wuala fügt sich als Netzlaufwerk nahtlos in den Windows-Explorer ein. Die Konfiguration erfolgt nach der Installation über die Wuala-Software, wo auch Backup- und Synchronisierungsfunktionen, sowie Gruppenfreigabefunktionen festgelegt werden können. Interessiert habe ich mich insbesondere für die Backupfunktionen.
Hier ist zunächst festzustellen, dass Wuala über keine Versionierungsfunktion verfügt, sondern die Dateien lediglich auf aktuellem Stand hält. Gesichert werden nur neue und veränderte Dateien, Datendeduplizierung und -komprimierung wird unterstützt. Von der Häufigkeit her kann sogar bis minütlich gesichert werden.
Im Test mit meinem VDSL-50-Anschluss habe ich gute Datenuploadraten von bis zum 4MBit/s erzielt, durchschnittlich konnte ich mit ca. 2MBit/s hochladen.
Sicherheit und Verfügbarkeit
Da die Daten seitens Wuala also auch bei anderen Wuala-Nutzern (in der Wuala-Cloud) gespeichert werden, besteht natürlich auch (neben einer grundsätzlichen Notwendigkeit im Online-Backup) ein erhebliches Bedürfnis an einer ausreichenden Verschlüsselung.
Nach eigenen Angaben benutzt Wuala zur Verschlüsselung vor Übertragung 128bit AES und 2048-RSA. Die Datenstruktur, in welcher die Schlüssel gespeichert sind, hat Wuala hier offengelegt. Der Code, der die Verschlüsselung an sich betrifft, soll “demnächst” offengelegt werden. Im Rahmen der Verschlüsselung gibt Wuala an, dass jede Datei mit einem anderen Schlüssel verschlüsselt, die Schlüsselliste auf dem Wuala-Server gespeichert und diese wiederum mit dem eigenen Passwort verschlüsselt wird. Es könne also niemand auf die eigenen Dateien zugreifen. Vor dem Hintergrund meines letztens Eintrages stellt sich allerdings die Frage, ob dies den Anforderungen von strikter Trennung von Schlüsseln und Daten gerecht wird.
An dieser Stelle käme für sicherheitsbewusste Nutzer, denen dies nicht ausreicht, m. E. noch ein andere, in meinem Blog bereits genannte Möglichkeit in Betracht: die Ablage eines TrueCrypt-Containers auf dem Netzlaufwerk. Man könnte dann allerdings nicht mehr die Wuala-Software nutzen und müsste sich um eine eigenständige Backup-Softwarelösung bemühen.
Zur Verfügbarkeit der Daten gibt Wuala in den FAQ an, dass man diese “nicht garantieren” könne, sich jedoch bemühe, sie sicherzustellen, hält sich also an dieser Stelle für den Fall der Fälle ein “Hintertürchen” offen.
Fazit
Wuala geht mit seinem Datensicherungskonzept sicherlich eigene Wege, insbesondere im Hinblick auf die Speicherung bei anderen Wuala-Nutzern. Auch wenn Wuala ausführt, dass die Daten verschlüsselt und dort nur in Fragmenten gespeichert seien, bleibt hier m. E. ein fader Beigeschmack. Dieser kann auch nicht durch den Kauf von zusätzlichem Speicher aufgehoben werden, da sämtlicher Speicherplatz laut FAQ gleich behandelt wird. Auch die Art der Schlüsselspeicherung ist, wie ausgeführt, zu hinterfragen.
Stellt man selbst Speicherplatz zur Verfügung stellt sich m. E. darüber hinaus die Frage nach der rechtlichen Verantwortung, falls (wenn auch verschlüsselt und nur in Teilen) illegale Inhalte dort abgelegt werden. Darüber hinaus ist, wenn man seinen Rechner nicht 24 Stunden am Tag laufen lassen möchte, schon einiges an Speicherplatz zur Verfügung zu stellen. Auch die andauernde Nutzung des eigenen Rechners durch andere Wuala-Nutzer ist zu berücksichtigen. Was passiert darüber hinaus mit den Daten, wenn sich die Internet-Nutzungszeiten des Rechners verringern?
Trotz guter Datenübertragunsraten gibt es hier wohl eine Menge an Unsicherheitsfaktoren, welche kritisch hinterfragt werden müssen. Letztlich würde ich, auch vor dem Hintergrund der oben genannten Speicherpreise, aus Online-Backup-Sicht wohl doch eher zu dann – insbesondere auch unlimitierten – Online-Backup-Anbietern wie beispielsweise Crashplan greifen.
Wuala kann hier heruntergeladen werden.
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